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Naturlehrpfad
Der Lehrpfad erschließt auf einem ca. 3 km langen Rundweg besonders reich strukturierte repräsentative Landschaftsteile der Gemeinde Glottertal am Rande des Ortskerns. Die Route beginnt am Waldemar-Koch-Weg, führt auf dem Winzerpfad entlang am Fuß der Weinberge zum Schwimmbad und zweigt dort über den Schiffsweg in südlicher Richtung ab, überquert die L 112. Weiter geht es über den Ahlenbachweg-Kandelstraße zum Ausgangsort zurück. Auf z. Zt. 11 Holztafeln werden die Besucher zum aktiven Umgang mit der Natur animiert. Eine Orientierungstafel zu Beginn des Weges erleichtert die Übersicht. Alle Tafeln sind eigens für den Raum Glottertal konzipiert und erläutern verschiedene Lebensräume. Die einzelnen Hinweise sollen zum einen die Blicke auf Naturinseln wie z. B. eine Blumenwiese werfen zum anderen auch auf Strukturen, die für den Betrachter nicht immer „gepflegt“ aussehen, wie z. B. ein abgestorbener Apfelbaum, der jedoch zahlreichen gefährdeten Insekten einen unersetzlichen Lebensraum bietet. Nisthilfen für Vögel und Insekten erlauben auch auf geführten Wanderungen unmittelbare Beobachtungen.
Erläuterungen zum Naturlehrpfad
Der Naturlehrpfad bietet den Besuchern ein besonders effektives Kennenlernen landschaftlich naturnaher Elemente an, die durch gegenwärtige oder vergangene Aktivitäten geprägt sind. Nachfolgend werden zwei natur- und kulturschutz-relevante Lebensräume des Naturlehrpfades vorgestellt.
Vogelschutzhecke
Hecken waren früher ein häufig anzutreffender Bestandteil der Kulturlandschaft. Sie entwickelten sich an Steinleseriegel entlang von Feldern oder Weiden oder an Böschungen zwischen Terrassenstufen. Hecken erfüllen vielfältige Funktionen. Zum einen dienen sie als Windschutz und schaffen ein günstiges Klima. Zum anderen leben in der Hecke zahlreiche Tierarten. Igel und Erdkröte lieben die Hecke als Versteck. Schmetterlinge sonnen sich auf Blättern. Zahlreiche Insektengruppen wie z. B. Marienkäferarten suchen die Hecken als Nahrungsquellen auf. Vögel nutzen sie auf vielfältigste Weise: als Brutplatz, Singwarte und als Nahrungsraum. Samen und Beeren sind insbesondere im Winter eine beliebte Nahrungsquelle. Der Neuntöter ist eine Charakterart der Hecken. Er baut seine Nester gerne in stachel- und dornenreiche Hecken. Bevorzugte Sträucher sind Schwarzdorn, Weißdorn und Heckenrose. Seine Hauptnahrung sind Insekten und Mäuse. Der Neuntöter ist im Glottertal noch anzutreffen. Weitere typische Vogelarten der Hecken sind außerdem Gartengrasmücke, Goldammer und Hänfling.
Bauerngarten
Gewachsene Bauerngärten sind ebenso wie alte Streuobstwiesen wegen der zum Teil jahrhundertealten Nutz- und Zierpflanzen ein Teil unseres kulturellen und natürlichen Erbes. Charakteristisch für Bauerngärten ist ein Nebeneinander von Nutzpflanzen wie Gemüse auf der einen Seite, aber auch Beerensträucher und Blumen auf der anderen Seite. Diese Gartenform hat viele Vorteile, vor allem gegenüber modernen Ziergärten. So liefern der Bauerngarten dem Besitzer das ganze Jahr über Gemüse und Früchte, Kräuter und Blumen. Das hat auch für zahlreiche Insekten wie Wildbienen oder Schmetterlinge Vorteile. Durch die angepflanzten einheimischen oder traditionellen Bauerngartenpflanzen steht ihnen das ganze Jahr über ein ausreichendes Blütenangebot zur Verfügung. Bauerngärten sind nicht ausschließlich an das Vorhandensein von Bauernhöfen bzw. ländlichen Siedlungsformen gebunden. Sie können auch außerhalb ländlicher Gemeinden als Haus- oder Feldgärten vorkommen. Bekannte vor etwa 1900 gebräuchliche Zierstauden, Heil- und Gewürzpflanzen sowie Ziergehölze sind Dahlie, Goldlack, Ringelblume, Zinnie, Bärlauch, Boretsch, Liebstöckel, Buchsbaum, Flieder und Gartenhortensie. Die Anlage und Pflege von Gärten mit traditionellen Nutz- und Zierpflanzen fördern ein freundliches Ortsbild und vermitteln Heimatgefühl.
Ihr Friedhelm Fischer, Naturschutzgruppe Glottertal
Tel. 07684 / 795
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